Januar 27, 2021

Impfstoffe: Fortschritt, Hoffnung… sicherlich großes Geld!

Die Impfstoffe versprechen Licht am Ende des Tunnels – wenn sie funktionieren, könnten Kontaktbeschränkungen, Masken, etc. irgendwann wieder der Vergangenheit angehören. Nun laufen die Vorbereitungen zu Impfungen im großen Stil auf Hochtouren. Alles paletti? Es stellen sich schon ein paar Fragen: Wie sicher sind die Impfungen? Wer verdient wieviel daran? Und wer kommt wann an die Reihe?

Es ist ein irrer Wettlauf zwischen den Pharmaunter­nehmen. Während sonst die Entwicklung viele Jahre dauert, stehen die ersten Impfstoffe vor der Zulassung in der EU. Gut, dass es mit einem Corona-Impfstoff schneller geht als normalerweise! Das haben wir nicht der kapitalistischen Konkur­renzwirtschaft zu verdanken, sondern Wissen­schaftlerInnen, die rund um den Globus in kürzester Zeit Unglaubliches vollbringen. Wenn nicht jede Firma dabei das Rad selbständig erfinden müsste, könnte es noch schneller gehen. Und vor allem… sicherer. Konkurrenzdruck und „Geschäfts­geheimnis“ sorgen für Intransparenz. Die Studien sind auch nicht für alle jederzeit öffentlich zugänglich. Für wissenschaftlichen Fortschritt und für unsere Sicherheit brauchen wir aber „open source“, also maximale Transparenz.

Die ersten Profiteure sind… die AktionärInnen.

Das deutsche Unternehmen BioNTech, das mit Pfizer – dem zweitgrößten Pharma-Konzern der Welt – zusammenarbeitet, hat wohl nicht zufällig als Firmenadresse „An der Goldgrube“ in Mainz! Durch die Erfolgsmeldungen zum Impfstoff versieben­fachte sich der Aktienkurs im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Pfizer-Aktien machten einen Satz nach oben und den Pfizer-Chef und seine Vizechefin, die gerade an dem Tag millionenschwere Anteile ver­kauften, zu Multimillionären.

Auch beim deutschen Pharmaunternehmen CureVac verdoppelten sich die Aktienkurse seit September. Viele Unternehmen profitieren, denn um den Impfstoff an seinen Einsatzort in den Zellen zu transportieren bedarf es weiterer Technologien. Und einiges verspricht künftige Einsatzmöglichkeiten in weiteren Bereichen.

Staatliche Gelder werden zu privaten Profiten

Für die Entwicklung der Impfstoffe hat allein die Bundesregierung den Pharmafirmen 750 Mio. Euro gezahlt. Weltweit ist von über 5 Mrd. öffentlicher Gelder die Rede. Geschäftsrisiko? Kaum! Die Kon­zerne machten schon Verträge über hunderte Millionen Impfdosen mit den reichen Staaten und der EU, als überhaupt nicht absehbar war, ob und wann die Impfstoffe zugelassen werden. Die Phar­maunternehmen wollten auch von jeder Haftung im Falle von Nebenwirkungen befreit werden. Wer weiß, was in den Verträgen steht… auch die sind top secret. Sicher ist, es geht hier um Milliarden.

Sichere Impfstoffe für alle!

Wenn im nächsten Jahr mit den Impfungen begon­nen werden kann, wer wird dann zu den ersten ge­hören? In den Empfehlungen der Impfkommission stehen die Alten, für die das Corona-Virus am töd­lichsten ist, ganz oben, zusammen mit dem für sie zuständigen Pflegepersonal. So weit, so gut. Aber dann? Werden alle berücksichtigt, die mal als „systemrelevant“ galten und seit Beginn der Corona-Pandemie durcharbeiten und den Kopf hin­halten müssen?

Andererseits hat sich auch Skepsis verbreitet ge­genüber den neuen Impfstoffen, was für den Kampf gegen die Pandemie ein Problem ist. Laut Um­fragen wollen sich nur noch 54 % der Bevölkerung impfen lassen, gegenüber 79 % im April. Das liegt vielleicht auch daran, dass eine für Impfstoffe neue Technologie zum Einsatz kommt: Dabei gelangt eine genetische Bauanleitung (mRNA) für unge­fährliche Teile des Virus in die Zellen der Geimpften, was dort zur Produktion von Antikörpern führt. Das menschliche Erbgut kann von mRNA nicht verändert werden. Die Forschung hieran ist nicht völlig neu, sondern stammt zum Beispiel aus der Forschung für Krebstherapien.

Es gäbe aber sicher weniger Bedenken, wenn nicht gerade die Pharmariesen mal wieder am Drücker wären, die für Medikamentenskandale und skan­dalöse Preistreiberei bekannt sind. Der Kapita­lismus produziert nicht die Medikamente, die am nötigsten sind, sondern die, wo die höchste Profitrate winkt… Entwicklung, Produktion und Ver­teilung der Impfstoffe müssten offen und transpa­rent laufen, unter der Kontrolle der Bevölkerung!

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