Februar 25, 2024

USA: Entgleisung mit desaströsen Folgen

In der Nacht des 4. Februar entgleiste in den USA direkt in der Nähe der Stadt New Palestine (Bundesstaat Ohio) ein Güterzug. Er gehörte zum Güterbahnunternehmen Norfork Southern. Ein Class 1 Rail Carrier, also einer der größten us-weit operierenden Gütertransporteisenbahnen in den USA. Der mit 3 Personen besetzte Zug war 2800 Meter lang und beladen mit hoch-gefährlichen Chemikalien. Eine gigantische Explosion vergiftete die Luft, eigentlich die ganze Umwelt. Die Bevölkerung musste evakuiert werden. Bevölkerung und Natur haben nun mit den Folgen der Profitgier der Bahnunternehmen zu kämpfen.

Güterbahnunternehmen blockierten Sicherheitsvorschriften

Denn Norfork Southern gehört zur großen Mehrheit den Hedge Fonds, also Wall Street. Wie andere Güterbahnunternehmen auch hat es mit millionenteurer Lobbyarbeit dafür gesorgt, dass die Sicherheitsanforderungen an solche superlangen Züge mit gefährlicher Fracht nicht erhöht werden, die Sicherheitsanforderungen wurden 2017 sogar reduziert. Und diese Bahnunternehmen fordern noch dazu, dass Züge künftig nur noch mit einer Person besetzt sein müssen. Die Bahner hingegen prangern seit Jahren die immer kürzeren Zeiten für Wartung und Sicherheitschecks an, die immer länger werdenden Züge, die uralten Bremssysteme, die immer knappere Besetzung der Züge, die unmenschlichen Arbeitszeiten, die ständige Übermüdung, keine bezahlten Krankheitstage….. Gewerkschaftsaktivisten haben immer und immer wieder vor solchen Desaster wie jetzt in Ohio gewarnt. Letztes Jahr standen die Bahner kurz vor einem landesweiten Streik. In letzter Sekunde wurden sie von der US-Regierung und dem Kongress verarscht und ihnen ein Tarifvertrag aufgezwungen, den sie bereits abgelehnt hatten. Alle Themen, die seit Jahren für soviel Wut gesorgt haben, liegen weiter auf dem Tisch.

Die Entgleisung wie jetzt in Ohio mit den katastrophalen Folgen war nicht die erste dieser Art. Und wenn die Bahnunternehmen – mit Hilfe der Politik – weiter machen wie bisher und alles weiterhin den Profiten unterordnen, wird es nicht die letzte gewesen sein.

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