Oktober 1, 2022

Schuld und Sühne

Wissing versprach am Unglücksort, dass der Unfall restlos aufgeklärt und aufgearbeitet werde.

Bislang ist nur bekannt, dass gegen drei Eisenbahner ermittelt wird. Nicht gegen Lutz oder Pofalla oder Scheuer oder solche Größen. Die einzigen Bahner, die im Visier der Staatsanwaltschaft sind, sind der Lokführer, der Fahrdienstleiter und der Streckenverantwortliche. Die DB äußert sich dazu bisher nicht. Das passt in das Muster, immer nach einem Schuldigen auf der untersten Ebene zu suchen. Wenn sich alles mit „menschlichem Versagen“ abfrühstücken lässt, dann kommen nicht die unmenschlichen Pläne auf den Tisch, die Erschöpfung, die Missachtung der menschlichen Arbeitskraft, die Diktatur der BWLer, die Ignoranz des großen Erfahrungsschatzes der Bahnbeschäftigten.

Die einzigen, die ein echtes Interesse an Aufklärung haben, sind Bahner:innen selbst. Nur hier liegt das Verständnis über die Abläufe und wie Probleme ineinander greifen.

Also: Schluss mit der Geheimniskrämerei! Alles muss auf den Tisch! Es dürften eigentlich erst wieder Züge rollen, wenn Bahner sagen, die Bahn ist sicher.

Und wenn wir schon dabei sind: Die Bahn in die Hände der Bahnerinnen und Bahner! Mal so als Perspektive…

Foto: network-pictures.com

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