Oktober 1, 2022

Frankreich: Streik für Lohnerhöhungen

Am Dienstag, 6. Juli haben landesweit zahlreiche Kolleg:innen der SNCF gestreikt. Bei der S-Bahn Paris fuhr nur die Hälfte der Züge, bei Regio waren bis 1/3 der Züge gestrichen. Und sogar bei den Schnellzügen fielen 30% aus. Schon im Juni hatte es drei Streiktage gegeben. Die Stimmung ist so aufgebracht, dass bereits vor diesem Streik lokal vereinzelt wilde Streiks losgingen, wie zum Beispiel in Saint-Lazare in Paris. Da haben die Lokführer:innen erst am 27. Juni ihren Fahrplan für Juli-August bekommen, also ziemlich spät. Darüber hinaus führt eine neue Software dazu, dass die Lokführer:innen kurzfristige Änderungen in ihrem Fahrplan kriegen, was Folgen für das Privatleben hat. Um 4 Uhr am Morgen des 29. Juni war in den Whatsapp-Gruppen zu lesen: „Heute fahren wir nicht“. Die Konsequenz war ein wilder Streik mit spontanen Streikposten. Die Betriebsleitung hat natürlich versucht, mit rechtlichen Mitteln zu drohen, denn Bahner:innen müssen 48 Stunden im voraus ihre Streikbeteiligung anmelden. Die Betriebsleitung stützt sich auf das Arbeitsrecht, aber wie oft verstieß sie selbst gegen das Arbeitsrecht? Nach einem zweiten wilden Streiktag war die Betriebsleitung gezwungen, einen Kompromis anzubieten. Die Bahner:innen der SNCF sind nicht die einzigen in Frankreich, die für bessere Löhne kämpfen, und hier und da schon streiken, wie zum Beispiel die Feuerwehr vom Flughafen Charles de Gaulle. Es stellt sich die Aufgabe, wie die einzelnen Aktionen und Streiks zusammen gebracht werden können, damit nicht jeder für sich isoliert bleibt. Es sind nicht die Gewerkschaftsführungen, die das machen werden.

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