Oktober 24, 2020

Die Bahn feiert „Solidarität“ mit sich selbst

Im Bahntower klopfen sie sich stolz auf die Schultern für den Abschluss mit der EVG: Die Löhne sollen zum 1. Januar 2022 in Höhe der Inflation – mindestens 0,5 und maximal 1,5 % – steigen. Das ganze soll bis Februar 2023 gelten. Für untere Lohngruppen soll es eine Einmalzahlung geben, falls die Inflation unter 1 % fällt. Betriebsbedingte Kündigungen als Folge der Corona-Krise sollen ausgeschlossen werden. Ihre sogenannte „Einstellungsoffensive“ für „stark um­worbenen Fachberufe“ soll „weiter“ laufen.

Das wäre nicht nur eine „Nullrunde“, sondern weniger. Die Preise werden sicher nicht sinken. Der Köder ist der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Sie spielen mit den Sorgen um den Arbeitsplatz. Aber ihre Zusage ist nichts wert. Die Bahn wird sich vielleicht zurückhalten, weil es ohnehin überall an Fachkräften mangelt. Einstellungen sind sowieso nötig. Aber es gibt keine Garantie, dass nicht eher der Wasserkopf in den Elfenbeintürmen anwächst und beim Betriebspersonal sich kaum was ändert.

Dass die DB mit dem „Bündnis für die Bahn“ zu­frieden ist, kann man verstehen. Dass die EVG-Chefs den Mist schön reden, ist unerträglich. Dass es um drei Jahre geht, in denen wir die Klappe halten und nicht mal an Streik denken sollen, ist ein Skandal. Die bescheidenen Nachforderungen der EVG-Verhandler angesichts der vielen Diskussionen unter den Kollegen sind zu wenig. Sie sprechen nicht in unserem Namen!

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