November 3, 2026

Für eine Welt, wie man sie sich wünscht!


Gute Nachrichten: Frankreich, Serbien, Spanien, Griechenland, Albanien, Brasilien, Indien, Indonesien, Italien, Deutschland… eine Generation erhebt sich gegen die Welt der Milliardäre und ihre Regierungen. Die konkreten Anlässe sind vielleicht verschieden: marode Bildungssysteme, Miethaie, die auf Kosten von Mietern Gewinne machen und alte Ladies auf die Straße schmeißen, hohe Preise, Kürzungen, Kriege, Korruption… Aber die Jugend ist vereint gegen den ganzen Krisenmist, den diese Milliardäre und ihre Regierungen überall auf der Welt zu verantworten haben.

Vor allem die Protestbewegung in Frankreich entwickelt sich rasant. Jedoch gibt es keine Berichterstattung in deutschen Medien, in der nicht zuerst über „Ausschreitungen“ oder „Gewalt“ geredet wird. Und Bundeskanzler Merz war sich nicht zu blöde, für die Unruhen „nicht-integrierte Menschen, Migration“ und irgendwelche Rechts- und Linksextremen verantwortlich zu machen. Was für verzweifelte Vibes, dass sie jedes noch so peinliche rassistische Feindbild rausholen. Die Ursache der Proteste ist ganz einfach: Die soziale Ungerechtigkeit und die arrogante Politik für Superreiche. Merz juckt es so wenig wie Macron, wie es den Menschen geht. Aber sie haben Angst vor Machtverlust. Zurecht!

Wofür kämpft die Bewegung in Frankreich?

Ende September begannen Schüler:innen in Pariser Vororten ihre Schulen aus Protest zu besetzen. Friedlich, aber entschlossen. Diese Vororte sind oft soziale Brennpunkte, in denen die Schulen besonders heruntergekommen sind, in denen die Jugendlichen besonders wenig Zukunftschancen haben, dafür aber viel mit rassistischer Polizeigewalt konfrontiert sind. Sie protestieren gegen baufällige Schulgebäude, überfüllte Klassen, fehlende Lehrkräfte …

Aber darüber hinaus wollen sie, wie ein Schüler aus Bordeaux es in Worte fasste, „eine Welt, wie man sie sich wünscht“…Soll man mit 15 Jahren etwa nicht mehr träumen dürfen? Doch in der Realität wird von den Jugendlichen (nicht nur in Frankreich!) erwartet, dass sie sich in die Welt voller Zwänge, Ausbeutung und Ungerechtigkeit einfügen. Die Herrschaft des Geldes und der ständige Wettkampf ums „über die Runden kommen“ … Ihre Verweigerung ist eine gesunde Revolte, ein Schrei der Hoffnung, der alle von Sorgen erfüllten, alle „Verdammten dieser Erde“ erreichen und mitreißen sollte!

Wer ist hier gewalttätig?

Von Anfang an hat Macron versucht, die Proteste als gewalttätig schlechtzumachen, um zu verhindern, dass sie sich ausweiten. In Wirklichkeit sind nicht die Schüler:innen gewalttätig. Die Staatsgewalt und das ganze System, das sie verteidigen, sind gewalttätig. Die französische Regierung reagierte von der ersten Minute an mit extremer Härte gegen die friedlich und mit vielen witzigen Plakaten und Blockadeaktionen protestierenden Jugendlichen. Sie hetzte die hochgerüstete Polizei mit Gummigeschossen, Blend- und Tränengasgranaten auf Jugendliche. Ein Schüler hat dadurch ein Auge verloren, ein anderer die Hand. Über 6.800, die meisten noch minderjährig, wurden festgenommen. Macron hat zuletzt versucht, Demonstrationen zu verbieten oder nur noch „gewerkschaftliche Demonstrationen“ zu erlauben. Aber 800.000 Menschen sind trotzdem am 24. Oktober auf die Straße gegangen. Das war die passende Antwort!

Verbote, Verhaftungen und Polizeigewalt können die Bewegung nicht aufhalten.

Ein ansteckendes Beispiel von Selbstorganisation

Mehr und mehr schließen sich Studierende der Bewegung an. Viele fragen sich, wie sie den Druck auf die Regierung erhöhen können und wollen dafür zusammen mit den Arbeiter:innen auf die Straße gehen. Denn die anstehenden Kürzungen betreffen alle Bereiche der Gesellschaft. Die Schüler:innen und Studierenden warten nicht auf irgendwelche Organisationen, sondern organisieren sich selbst in Koordinationen an der Basis, sie entscheiden und mobilisieren für die Demonstrationstermine. Sie sind entschlossen genug, dass sich die Frage des Generalstreiks ab dem 5. November stellt.

Auch in Deutschland haben wir genug Grund zu protestieren. Das teure Leben, die niedrigen Löhne… Für den 31. 10. ruft das Netzwerk „GenZ regelt“ bundesweit zu Protesten auf.

Die CDU denkt schon wie Macron über Demoverbote nach. Die Streber von der Jungen Union in Berlin fordern gleich mal den Einsatz der Bundeswehr. So so, sie wollen uns sogar unser Grundrecht auf Demonstrationen und Meinungsfreiheit nehmen?

Die Jugendlichen haben Recht: allezusammen am 31. Oktober auf die Straße: Milliarden für Bildung und Soziales, gegen die Kürzungen, gegen die Aufrüstung, Solidarität mit Frankreich.

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