September 27, 2022

Frankreich: Mehr als 6 Wochen Streik im ÖPNV

Die großen Transportunternehmen SNCF, RATP und Transdev stehen ganz vorne in den Startlöchern für den „Wettbewerb“, der jetzt in Frankreich Fahrt aufnimmt. Alle Bereiche des ÖPNV sind betroffen. Für Paris und Pariser Großraum gibt es einen Privatisierungsplan mit Ausschreibungen über die nächsten Jahre für Tram, Metro, RER (S-Bahn). Transdev, eine sehr große Busgesellschaft, hat die Vorreiterrolle. Vor dem Hintergrund der Ausschreibungen hat Transdev begonnen, bei den Busbahnhöfen die Daumenschraube anzuziehen: Pausen bzw. Tätigkeitsunterbrechungen sollen nicht mehr durchbezahlt werden usw. Mehr als sechs Wochen Streik der Transdev-Busfahrer und Busfahrerinnen im Pariser Großraum ist die Antwort. Die Angriffe auf die Arbeitsbedingungen sind super spezifisch je nach Busbahnhof und auch nicht gleichzeitig, sondern einer nach dem anderen. Das passiert aber fast überall in Frankreich, und auch schon vor den Privatisierungen.

Der unbefristete Streik bei Transdev war der Anfang einer Reaktion darauf. Die Leute sehen, dass einer nach dem anderen an der Reihe ist. Es gibt eine Strategie, überall die Schichten kompakter zu machen und an die Arbeitszeiten zu gehen. Es gab Streikende die sich sagten, hej, wir sind in einigen Monaten dran, streiken wir lieber jetzt mit. Aber es ist ein Problem für die Streikenden, dass sie durch die Aufspaltungen bereits so getrennt wurden mit spezifischen Problemen. Auch in Lyon streikten Busfahrer von Keolis, die für das Busnetz TCL arbeiten, es gibt überall in verschiedenen Städten hier und da kurze Streiks. Letzte Woche protestieren Bahner:innen in der Region von Marseille gegen die „Öffnung des Marktes“, was dazu geführt hatte, dass die bisherige SNCF-Verbindung Nizza-Marseille an Transdev ging. Was können gemeinsame Forderungen sein und wie kann eine gemeinsame Bewegung geschaffen werden? Das wird diskutiert. Bei Transdev geht der Streik weiter, auch wenn die meisten wieder anfangen zu arbeiten. Einige wichtige Dinge wurden erreicht. Vor allem sind viele Kontakte entstanden, und die sind nötig! Das ist erst der Anfang…

Foto: Donnerstag, 21. Oktober 2021 – auf dem Transparent steht: Busfahrer sind wütend – nein zu 45 Stunden, aber bezahlt nur 35 Stunden

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