Januar 20, 2026

EVG-Abschluss: Begeisterung sieht anders aus

200 Euro Einmalzahlung im April 2025, 2 % mehr ab Juli 2025, 2,5 % mehr ab Juli 2026; 2 % tarifliches Zusatzgeld ab Dezember 2027 (als jährliche Einmalzahlung) und 2,6 % tarifliches Zusatzgeld nur für Kolleg:innen im Schichtdienst ab Dezember 2026 mit Möglichkeit der teilweisen Umwandlung in 2 freie Tage ab 2027.

Keine Arbeitszeitverkürzung. Wahlmodelle mit 12 Zusatzurlaubstagen bleiben.

Für S-Bahn-Lokführer eine neue höhere Entgeltgruppe als „Streckenlokführer II“ zum Ende der Laufzeit.

Für Cargo gibt es eine besondere Klausel. Wenn sich die wirtschaftliche Situation schlechter entwickelt, darf über Kürzungen „verhandelt“ werden.

Für viele Kolleg:innen bei Service und Sicherheit gibt es gewisse Zustimmung. Aber insgesamt ist das völlig daneben. Vor allem mit den 33 Jahren… äh 33 Monaten Laufzeit bis Dezember 2027. Wohin wird die Inflation explodieren? Bis Ende 2027 hat man schon die erhöhte Miete. Was wird an Sozialem gestrichen werden, was wir aus eigener Tasche zahlen sollen?

Schlechte Strategie – schlechter Abschluss

Die EVG-Chefetage hatte von Anfang an wiederholt gesagt, dass unbedingt vor der Bundestagswahl ein Abschluss her soll. Das war der Kniefall vor dem DB-Vorstand, denn das hieß ganz offen, dass es keine Streiks gibt, also keinen Druck.

Die EVG-Oberen behaupteten, nach der Bundestagswahl mit Merz wäre es schwieriger, deshalb die Eile. Aber Merz wird sich sowieso einen Scheißdreck scheren um die Tarifverträge bei der Bahn und die 33 Monate. Die Drohungen aus dem Lager der CDU hätten Streik als Antwort verdient gehabt.

Die Freiheit nutzt sich nur dann ab, wenn man sie nicht benutzt. Dasselbe gilt auch für die Demokratie und erst Recht für das Streikrecht.

Eine Krise ist immer gut… für den Vorstand

Die DB-Konzernstrategie ist voll aufgegangen. Sie feiern die 33 Monate „Planungssicherheit“. Wenn einem der Geschäftsführer dafür auf die Schulter klopft und uns für die „Besonnenheit“ lobt, dann ist echt was schief gelaufen. 33 Monate keine Streiks, während die S 3 Sparmaßnahmen laufen, 35.000 Stellen gestrichen und Cargo zerschlagen wird.

Der DB-Vorstand wird so weitermachen, bis aus meckern und Unmut echte Organisierung von unten unter Kolleg:innen wird, um wirklich Einfluss zu nehmen.

3. Februar 2025 in Berlin vor dem Hauptbahnhof

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