Oktober 30, 2020

Aichach – wenn technische Maßnahmen und gesunde Arbeitszeiten mit den wirtschaftlichen Kennzahlen kollidieren

Diese Woche hat die Bundesstelle für Eisenbahnuntersuchung den Bericht zum Unfall im Bahnhof Aichach rausgegegeben. Im Mai 2018 war dort ein Nahverkehrszug mit einem Güterzug kollidiert. Einer der Tf und ein Fahrgast starben, viele Weitere wurden verletzt.

Was wurde herausgefunden:

Erstens: „Die im Bf Aichach verbaute mechanische Stellwerkstechnik verfügte nicht über eine Gleisfreimeldeanlage, deren technische Sicherung das Einfahren in besetzte Gleise grundsätzlich hätte verhindern können.“

Zweitens: „Der Fdl war an diesem Tag zur Frühschicht (06:00 – 13:00 Uhr) in Radersdorf und zur Nachtschicht (22:00 – 07:00 Uhr) in Aichach eingeteilt. Die Schicht in Radersdorf begann er gemäß Eintrag im Zugmeldebuch tatsächlich um 06:16 Uhr und beendete sie um 12:17 Uhr. Den Dienst in Aichach nahm er bereits um 20:47 Uhr auf. Er beendete die Frühschicht somit 43 Minuten vor dem geplanten Dienstende und begann seine Nachtschicht 73 Minuten früher als nach dem Dienstplan eingeteilt. Die nach Schichtplan vorgesehene Mindestruhezeit von neun Stunden verkürzte sich dadurch auf achteinhalb Stunden.“

Sicherheitstechnik, Ruhezeiten und gesunde Schichten sollen solche schrecklichen Unfälle verhindern. Aber der Unfall in Aichach zeigt – wieder – wie weit die Sparmaßnahmen bei der DB fortgeschritten sind.

Zum Unfallbericht geht es hier: https://www.eisenbahn-unfalluntersuchung.de

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