Oktober 30, 2020

„Betriebskritisch“ – ja, das sind wir! Daher Pfoten wegen von 12-Stunden-Schichten!

Der Antrag der DB für eine Ausnahmegenehmigung zur Verlängerung der Arbeitszeiten hat viele verärgert. Die DB (Regio, Fernverkehr) hatte am 17. und 18. März beim Regierungspräsidium beantragt, dass die tägliche schutzrechtliche Arbeitszeit bundesweit auf 12 Stunden täglich verlängert wird. Die DB plant längere Schichten: „So lassen sich unter anderem Arbeiten im 2-Schicht-System statt im 3-Schicht-System erbringen.“ Als Begründung schreibt die DB, wir würden in „betriebskritischen Berufen“ arbeiten! All die Dankesreden an uns, sie sollten nur verstecken, dass längst die Angriffe auf unsere Arbeitsbedingungen und unsere Gesundheit laufen! Und die DB setzt dem Ganzen die Krone auf: mit dem 2-Schicht-System würden auch Kontakte unter uns reduziert. 12-Stunden-Schichten mit echt 12 Stunden schutzrechtlicher Arbeitszeit sind sogar gut für uns? Wir sollen etwa noch dankbar sein?

Jeder weiß, dass bisher schon 12-Stunden-Schichten die Hölle sind, selbst wenn sie bisher Unterbrechungen, Bereitschaft und längere Pausen haben. Aber die DB will mehr. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen, 12 Stunden… Das ist kriminell.

Die GdL ließ sich mit der Antwort abspeisen, dass die Tarifverträge weiter Vorrang hätten. Was die Wichtigtuer im GdL-Vorstand beruhigt, beruhigt uns lange nicht. Denn inzwischen hat der Bundestag am 27. März das Arbeitszeitgesetz in Paragraf 14 geändert und mit einer Verordnung aus dem Bundesarbeitsministerium können die Arbeitszeiten ebenfalls ausgehebelt werden und – Überraschung ! – auch die Tarifverträge. Diese Verordnung ist schon in der Mache und kommt sicher wie das Amen in der Kirche.

Alles das hat natürlich überhaupt nichts mit gesundheitlichen Maßnahmen zu tun, sondern rein wirtschaftlichen Interessen. Aber wir müssen nicht ewig diejenigen sein, die für die ganzen Sparmaßnahmen der letzten Jahre im Öffentlichen Dienst, bei den Bahnen, den Krankenhäusern usw. drauf zahlen.

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