Mai 15, 2026

Frankreich: Schon 12 Selbstmorde dieses Jahr bei der SNCF – Gewerkschafter schlagen Alarm

Am 28. April, am Welttag der Arbeitssicherheit, fand vor dem Hauptsitz der französischen Staatsbahn SNCF eine außerordentliche Protestaktion von mehreren Hundert Bahnerinnen und Bahnern statt: seit Beginn dieses Jahres haben sich schon 12 Eisenbahner das Leben genommen. Der letzte Suizid ereignete sich am 27. April, als sich ein Bahner auf die Gleise warf. „Wir schlagen Alarm. Alle neun Tage begeht ein Kollege bei der SNCF Selbstmord, es handelt sich also um eine soziale Tragödie“, warnte Villedieu, Chef der Gewerkschaft SUD-Rail. Für die Protestierenden ist der Zusammenhang zwischen den Selbsmorden und der Arbeit klar. Es gibt bei der SNCF seit 2000 große Umstrukturierungen mit Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. „Wettbewerb“ gilt ständig als Ausrede für Stellenstreichungen, anstrengendere Schichtdienste, erzwungene Umzüge, kurzfristiges Verschieben in eines der unzähligen Tochterunternehmen oder zu Wettbewerbern. Auf der Kundgebung berichteten die Bahner von dem Schock, wenn einen die Versetzung trifft, von Überlastung, Schlafstörungen und der Agressivität der Fahrgäste. Die Protestaktion war ein Zeichen der Trauer und ein Zeichen der Wut.

Bei der SNCF wie bei der DB: Für die Gewinne bleiben die Menschen auf der Strecke.

Rechts auf der Mauer steht geschrieben: Ihre Politik, unsere Toten!!! SNCF
© Valentina Camu / Reporterre https://reporterre.net/Face-a-la-vague-de-suicides-a-la-SNCF-ces-cheminots-veulent-briser-l-omerta

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