Februar 17, 2026

Umkämpfte Arbeitszeit

Die Abschaffung der Höchstgrenze der täglichen Arbeitszeit hat es in den Koalitionsvertrag geschafft.

Das wird uns nicht so hart treffen, weil es tarifliche Grenzen gibt? Nicht sicher, die DB ist, was das angeht, flexibel, und außerdem ist Arbeitszeitverlängerung längst eine „Option“ in den GDL- und EVG-Tarifverträgen. Jetzt im Öffentlichen Dienst haben die „Arbeitgeber“ auch die 42-Stunden-Woche durchgesetzt, natürlich nur als „freiwillige Option“.

35 Stunden sind in unseren Tarifverträgen die Untergrenze, aber in den Gesprächen bekommt man schon zu hören, dass angeblich viele flexible Arbeitszeiten wollen. Wenn man jung ist und ein Haus gebaut hat, will man angeblich gerne länger arbeiten… Wenn Einzelne so überlegen, greift das die Geschäftsführung gerne auf. Alles verschiebt sich schon in diese Richtung. In so vielen Bereichen gibt es Stress, und die Grenzen, was ist Arbeit, was ist Freizeit, verschwimmen.

Und sehr lange Dienste an einzelnen Tagen, die mehr Ruhetage bringen, wecken Begehrlichkeiten bei den Bossen, die „Ruhetage“ auch noch mit Überstunden zu belegen. Im Koalitionsvertrag geht es daher viel um Steuerfreiheit für Überstunden und Arbeit während der Rente. Wenn man sich die Lohnerhöhungen anschaut und die niedrigen Renten, werden viele auf längeres arbeiten angewiesen sein. Das ist alles Kalkül. Von „flexibleren“ Arbeitszeiten ohne Höchstgrenzen haben nur die Unternehmen was.

Schon im 19. Jahrhundert galt die alte Gewerkschaftsparole: 8 Stunden arbeiten, 8 Stunden schlafen, 8 Stunden um zu machen, was man will.

Wir alle brauchen kürzere Arbeitszeiten und höhere Löhne, in jeder Phase des Lebens!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert